Interview mit dem SWR1 zur Integration von Geflüchteten

Erstmals seit langem rechnet die Bundesagentur für Arbeit wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen. Für einige Politiker, wie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, ist das Problem klar: Die deutsche Wirtschaft mache zu wenig, um Flüchtlinge in Arbeit zu bringen.

“Das kommt mir vor wie Schwarzer-Peter-Spiele, was gerade passiert”, sagt Wirtschaftspsychologe Jürgen Deller von der Leuphana Universität Lüneburg im Interview mit SWR1. Zwar stimme es, dass insgesamt erst recht wenige Flüchtlinge in großen deutschen Unternehmen beschäftigt sind, aber man müsse auch verstehen, dass die Menschen, die kommen, eine andere Bildungsqualität genossen haben, als wir es gewöhnt sind. Firmen sollten aktiver werden, “aber sie müssen auch lernen, wie man mit den Menschen umgeht. Das dauert ein wenig.”

Sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben sei daher wenig hilfreich, findet Deller. “Wir müssen sehen: Wer kann welche Aufgaben schultern und meistern?” Herausforderungen wie Sprachkurse und die Arbeitsberechtigung seien sicher politische Themen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt sollte eher von der Unternehmensseite zu tragen sein. “So hat jeder eine Aufgabe. Wir brauchen eine konzertierte Aktion von beiden gemeinsam.”

Damit die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt so schnell wie möglich gelingen kann, sollten auch Integrationslotsen den Prozess unterstützen. Sie können zum Beispiel vermitteln, welchen Stellenwert die Arbeit in unserer Gesellschaft einnimmt. Aber auch die Flüchtlinge selbst geben Deller Grund zur Hoffnung: “Mich macht es sehr optimistisch, wie motiviert viele Flüchtlinge sind, die unbedingt Teil des Arbeitsmarkts werden wollen. Die sich integrieren wollen. Und mit dieser Motivation, mit diesem starken Willen, bin ich sehr optimistisch, dass vieles klappen kann.”

Das Interview zur Integration von Geflüchteten können Sie in voller Länge hier anhören.

 

Den Artikel können Sie hier nachlesen.

 

Arbeitsintegration Geflüchtete ist ein Kooperationsprojekt des Goinger Kreises e.V. und der Leuphana Universität Lüneburg.

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